Joachim Schick und Hans-Günther Wirth Stammtisch…
20. November 2025 Ralph Barnstein Berlin-Brandenburg
Die Exkursionsteilnehmer vor der Firma Heuft in Burgbrohl
An einem frühen Donnerstagmorgen im späten November 2025 fanden sich auf dem Betriebsgelände der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei 17 wackere Mitglieder der Landesgruppe Berlin-Brandenburg zusammen. Der Bus stand bereit, der Fahrer war es ebenfalls. Der Kofferraum wurde großzügig gefüllt mit Bierspenden der BKSB, denn in den kommenden knapp drei Tagen galt es Großes zu bewältigen: 5 Besuche von Unternehmen der Brau- und Getränkebranche waren geplant. 1500 km sollten zurückgelegt werden. Gut 20 Stunden Zeit auf der Straße, um die kommunikativ-heitere, durch Zuwachs und Verluste auf der Strecke, wechselhafte Gesellschaft im Bus zu genießen. Der Bus hatte noch nicht die Grenzen Berlins verlassen, da ward bereits die erste 7:30-Verkosterrunde eingeleitet. Im Vorbeiflug an Potsdam wurden nicht nur drei weitere Mitglieder eingesammelt, sondern auch die Reserven durch köstliche Spezialitäten aus der Braumanufaktur Forsthaus Templin aufgestockt.
Erste Station war gegen Mittag die Multi-Color Hann Münden GmbH (MCC) in Hann. Münden – ein farbenfroher Auftakt. Nach einer Stärkung in der hauseigenen Kantine und einem auditiven Streifzug durch die Geschichte des Standorts bot uns Key-Account-Manager Marc Scherer mit seinen Kollegen einen spannenden und ausgedehnten Einblick in die Produktionsprozesse des Etikettentiefdrucks. Der Betriebsrundgang bot Raum für fachlichen Diskurs, nicht nur vor Ort, sondern auch auf der anschließenden Fahrt. Weiter ging es nach Kreuztal zu einem Schwergewicht der Branche: Der Krombacher Brauerei. Andreas Ludwig, Leiter Qualitätswesen der Gruppe empfing uns mit Kollegen für einen langen Rundgang durch die Brauerei. Die Produktionsstätte beeindruckt durch ihre Größe. Gut zu Fuß mussten die Teilnehmer sein und Ausdauer zeigen, wurden doch lange Strecken zurückgelegt. Der Aufmerksamkeit tat dies keinen Abbruch, zu fesselnd war der Blick hinter die Kulissen und in die aktuellen Themen des Braugiganten. Die derzeit stattfindenden Investitionen in der Abfüllung und Sortierung erläuterte uns Ludger Hense, Leiter Abfüllung, beim Rundgang durch seine Abteilung. Hier ist die Modernisierung in vollem Gange und es wird gezeigt, wie Tradition, Effizienz und Sortenvielfalt in der Markengröße funktionieren können. Bei einer Brotzeit in der Brauerei fand der Tag einen gelungenen Abschluss. Spät kamen wir in unsere Betten im Siegener Hotel – die Hotelbar musste heute Nacht nicht mehr ausschenken.
Gut gelaunt fand sich unsere Gruppe am Freitagmorgen zum Frühstück zusammen und bestieg kurz darauf den Bus. Es ging heute noch ein Stück tiefer in den Süden: Die Heuft-Systemtechnik GmbH in Burgbrohl war das Ziel für den Vormittag. Hier empfing uns DBMB-Kollege und Vertriebsgebietsleiter Nordost Matthias Kirchberg. Gemeinsam mit seinen Kollegen Rudolf Hilt und Dirk Henschke, beide Produktmanager, gab es einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung des familiengeführten Spezialisten für Inspektions- und Kontrollsysteme. Es folgten Vorführungen an Geräten vor Ort, die auf reges Interesse stießen und zu intensiven Diskussionen hinsichtlich Erkennungsgenauigkeiten und Fehlausleitraten in der KI-unterstützten Leer- und Vollgutinspektion führten. Auch hier beeindruckte die anschließende Firmenführung: Entwicklung und Fertigung im Einklang an einem Standort. Leckers Mittagessen und Verköstigung im lichtdurchfluteten Kundenzentrum mit herrlichem Blick über die Vulkaneifel machte den Abschied schwer. Weiter ging es, nunmehr wieder Richtung Norden durch den stockenden Berufsverkehr am Rande des Ruhrpotts ins Sauerland zur Warsteiner Brauerei. Trotz parallel stattfindender Betriebsversammlung, in deren Anschluss-Umtrunk wir hineinplatzten, wurden wir herzlich von Friso de Jong, Direktor der Warsteiner Welt in ebendieser empfangen. Nach einem Begrüßungsbier folgte zunächst eine Darbietung der 270-jährigen Brautradition am Standort in dem hauseigenen 360°-Multimedia-Kino. Mit der Besucherbahn ging es anschließend durch die Brauerei, vorbei am Konti-Sudhaus mit einem außerplanmäßigen ersten Stopp für uns an der Brauakademie. Hier empfingen uns die QS-Mitarbeiter Mike Ahrens, Jens Gruhl und Jens Tüllmann mit einem Warsteiner Dunkel frisch vom Tank gezwickelt und einem offenen Ohr zu sämtlichen Fragen die Brauakademie und die Brauerei betreffend. Einen zweiten außerplanmäßigen Stopp legte unser Landesgruppenmitglied Heiko Woest, Leiter Qualitätsmanagement der Haus Cramer Gruppe, im Zentrallabor ein. Mit Technik, die weit über den Standard eines Braulabors hinausgeht, wurden wir hier beeindruckt. Zurück ging es ins Braustübchen der Warsteiner Welt, wo wir spontan zum geselligen Beisammensein nach der Betriebsversammlung eingeladen wurden und Catharina Cramer, Eigentümerin der Warsteiner Gruppe, es sich nicht nehmen ließ, uns persönlich zu begrüßen. Sehr spät, aber glücklich wurden wir von unserem Busfahrer in das gemütliche Hirschberger Hotel gebracht, wo uns noch ein Abendessen unserer Gastgeber erwartete.
Am Samstagmorgen durften wir die Betten etwas später verlassen und es ging gegen 9 Uhr auf die Straße zur letzten Etappe nach Hannover. Hier begrüßte uns Betriebsleiter Lars Sauer in der Privatbrauerei Herrenhausen und wir konnten erleben, wie vielfältig die deutsche Braulandschaft ist. Einige traditionell-historische Anlagen sind hier zu bestaunen, von denen die ein oder andere sogar noch in Betrieb ist. Sauer lebt die Begeisterung für den Standort, was sich uns bei der Führung durch die verwinkelte Brauerei eindrucksvoll erschloss. Einen Ausklang gab es bei einer Brotzeit inklusive Verköstigung des großen Flüssigsortiments des Hauses. Manch einer hätte hier gerne länger verweilt, aber es lagen noch rund vier Stunden Busfahrt vor uns und so machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg in die Heimat – „gen Osten“.
Allen Gastgebern unserer dreitägigen Fachexkursion sei herzlichst gedankt für das warme, großzügige und offene Willkommen. Etiketten, Inspektionstechnik, international agierende Großbrauereien und regionale Traditionspflege im Brauhandwerk machten die Exkursion zu einem lehr- und erlebnisreichen Streifzug durch unsere facettenreiche Branche und boten Raum für fachliche Tiefe, praxisnahe Einblicke und kollegialen Austausch. In diesem Sinne: Eine gute Exkursion ist wie ein gutes Bier – ausgewogen, gehaltvoll und am schönsten gemeinsam genossen.
Lisa Bauer
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veröffentlicht: 19.01.2026
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