Herbsttagung der Landesgruppe Baden

Die Brauer beim Winzer

Dass in Baden nicht nur die besten Biere gebraut werden, sondern auch der beste Wein beheimatet ist, hiervon konnten sich die rund 60 Teilnehmer der diesjährigen Herbsttagung der Landesgruppe im Kaiserstuhl überzeugen. Inmitten wunderschöner Rebterrassen gelegen war die Winzergenossenschaft Oberbergen mit Ihrer berühmten Lage „Bassgeige“ das Ziel. Auf rund 360 ha von der Sonne verwöhnter Rebfläche werden von 320 aktiven Winzern hier bei einer Lagerkapazität von 8,5 Mio. Litern jedes Jahr 3-4 Mio Liter besten Weines erzeugt und abgefüllt.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Thorsten Jauch begann die Tagung im modernen Verkaufs-und Tagungsraum der WG mit Fachvorträgen der Fa. Eaton Technologies, vorm. Begerow. Dabei bot Matthias Lustnauer einen detaillierten Überblick über alle gängigen Filtersysteme und wies daraufhin, dass die klassische Kieselgur-Filtration nach wie vor Stand der Technik und in etwa 80% der Brauereien im Einsatz ist. Sebastian Jenne, Weinfachmann bei Eaton, brachte den staunenden Bierbrauern dann die Besonderheiten und Vielfalt der Weinfiltration und -schönung näher. Nach dem Fachvortrag rief Beirat Sandra Ibald als Internet-Beauftragte der Landesgruppe dringendst dazu auf, die Datenschutzerklärung noch kurzfristig an den DBMB einzureichen.

Parallel zum Fachvortrag war von der Winzergenossenschaft ein Partnerprogramm organisiert, bei dem nach kurzer Fahrt im Planwagen inmitten der Reben Interessantes zum Thema Weinanbau im Kaiserstuhl vermittelt wurde. Selbstredend ließ es sich Winzer Florian Schneider hier nicht nehmen, bei einer Verkostung die Geschmacksvielfalt des Winzersekts zu erläutern.

Solchermaßen eingestimmt traf man sich anschließend wieder zum Mittagessen im Veranstaltungssaal bevor der Höhepunkt des Tages, der Besuch der technischen Abteilung des Winzerkellers, anstand. Während der mehrstündigen Führung unter fachkundiger Leitung von Kellermeister Wolfgang Schupp zeigten sich die Gäste beeindruckt von der Professionalität und dem hohen technischen Standard der Weinbereitung in Oberbergen. Dass sich der schonende Ausbau und die zurückhaltende Verwendung von Hilfsmitteln, die schon fast unserem Reinheitsgebot nahekommt, im Hinblick auf die Qualität der Weine ausbezahlt, war bei der Verkostung einiger besonderer Weinschmankerl direkt aus dem Fass nachzuprüfen. Im neugestalteten Barrique-Fass Keller beantwortete Kellermeister Schupp dann noch eine Vielzahl von Fragen bevor am frühen Abend die Heimreise durch mittlerweile goldgelb beschienene Rebhänge angetreten wurde.

Frieder Heitzelmann